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Wer bin ich - und wenn ja wie viele?: Eine philosophische Reise | 
vergrössern | Autor: Richard David Precht Urheber: Richard David Precht Verleger: Goldmann HC
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Neu (89) Gebraucht (15) Sammlerstück (1) ab EUR 9,99
Bewertung: 60 Rezensionen Verkaufsrang: 13
Medium: Broschiert Seiten: 397 Versandgewicht: 1.2 Maße (innen): 8.4 x 5.4 x 1.3
ISBN: 3442311438 EAN: 9783442311439 ASIN: 3442311438
Publikation: September 17, 2007 Verfügbarkeit: Versandfertig in 1 - 2 Werktagen Zustand: angelesen
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| Kundenrezensionen: Gelesen 55 mehr Rezensionen...
Unterhaltsame Fahrt durch philosophisches Gelaende Oktober 3, 2008 Steffen Weber (Frankfurt am Main) 2 aus 2 fanden die folgende Rezension hilfreich
Von einem Journalisten geschrieben, leidet das Buch nicht an der sonst verbreiteteten Trockenheit, ohne dabei allzu oberflaechlich zu sein. Meist steigt Precht mit einer biographischen Anekdote des betreffenden Philosophen in das naechste Kapitel ein. Dabei spart er auch nicht mit deutlichen Worten zu all den verschrobenen Charakteren, die uns die bekanntesten Werke der Philosophie hinterlassen haben. (Man fragt sich unweigerlich, ob man eine gute Prise Groessenwahnsinn besitzen muss, um ein angesehener Philosoph werden zu koennen. Einzig John Rawls scheint hier eine Ausnahme zu sein.) Fuer einen gelernten Philsophen ist die Tour durchaus angenehm, nicht zu tiefgruendig verwinkelt, und doch mit interessanten Blickwinkeln. Precht ist dabei fair und stellt unterschiedlichen Meinungen und Argumente klar da und gegeneinander. Seine eigene Meinung stellt er nicht missionarisch in den Vordergrung. Fuer den philosophischen Laien stelle ich mir die Lektuere schon etwas schwieriger vor. Ihm wird das Hintergrundwissen fehlen, um die von Precht vorgebrachten Argumente einordnen zu koennen. Fuer so viele Themen ist das Buch dann doch zu knapp. Immerhin gibt es eine leichte Konzentration auf Themen mit einer Schnittstelle zur Hirnforschung, so dass man hier ein klein wenig Vertiefung erreichen kann. Insgesamt ein sehr schoenes, gut informiertes Werk, sorgsam geschrieben in einem gut lesbaren Stil. Sehr zu empfehlen. Vielleicht eine Stufe anspruchsvoller als Sophies Welt.
Fehlkauf September 28, 2008 Alex H. (Aschaffenburg) 1 aus 6 fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Buch hab ich zum Geburtstag bekommen und hab mich auch drauf gefreut es zu lesen. Leider wurde es nach dem dritten Kapitel sehr langweilig und wenig unterhaltsam. Viele Fakts kennt man schon oder sie sind so umstaendlich geschrieben das die Lust am weiterlesen wegbleibt. Schade ein gutes Thema so schlecht umgesetzt.
Grosse Fragen kompetent und unterhaltsam beantwortet September 16, 2008 junior-soprano (Satriales) 10 aus 11 fanden die folgende Rezension hilfreich
Der deutsche Philosoph Dr. Richard David Precht hat mit Wer bin ich - und wenn ja, wie viele? einen Dauerbrenner in den Sachbuch-Charts gelandet, und das voellig zu recht! Die 282-minuetige Hoerbuchfassung auf 4 CD's glaenzt mit dem hervorragenden Sprecher Bodo Primus und der guten Sprecherin Caroline Mart. Die Verpackung ist nicht besonders geglueckt, die CD's werden in die Huelle geschoben und koennen so schnell zerkratzen. Bodo Primus ist definitiv ein Grund sich fuer die Hoerbuchversion zu entscheiden, allerdings ist dies absolut keine Hintergrundberieselung fuers Autofahren. Manches ist so interessant, dass ich es gerne nochmal nachgelesen haette, dank hilfreicher Kapitelbeschreibungen finden sich aber alle Passagen sehr schnell. Das Zitat von Denis Scheck ist sehr treffend, das von Elke Heidenreich hingegen klingt so als waere dieses Buch ein platter Selbsthilferatgeber. Precht behandelt in seinem Buch besonders populaere philosophische Fragen. Mithilfe neuester Ergebnisse aus der Hirnforschung und Psychologie beleuchtet der Autor die grossen Themen des Lebens, etwa: Was ist der Sinn des Lebens? Ist der Mensch von Natur aus gut oder boese? Ist es moralisch vertretbar Tiere zu essen? Brauchen wir andere Menschen? Anders als etwa Sophies Welt ist Prechts Buch kein Kinderbuch, es ist weniger verspielt (vom Douglas Adams 42 mal abgesehen). Dank Caroline Mart und Bodo Primus ist es jederzeit spannend, gut nachvollziehbar und unterhaltsam Prechts Ausfuehrungen zu folgen. Die etwas schwermuetige Musik zwischen den Kapiteln haette von mir aus durch etwas froehlichere ersetzt werden koennen, aber sie erfuellt ihren Zweck und bereitet die Hoerer auf das kommende vor. Wer bin ich und wenn ja wie viele ist nur eine Einfuehrung in die Philosophie, nur ein Bruchteil bemerkenswerter Denker wird in diesem Buch vorgestellt. Der besondere Verdienst von Precht ist es Neugier zu wecken und Lust auf mehr Wissen zu wecken. Die Geschichte mit dem Mann auf dem Zug hat mir so gut gefallen, dass ich sie bereits zahlreichen Freunden und Bekannten erzaehlt habe. Fuer grosse Diskussionen sorgten diejenigen, die sich anschliessend wie unmoralische Psychopathen fuehlten und ihre Antworten relativierten. Darf ich einen Menschen opfern, um fuenf Menschen zu retten? Und wuerde ich selbst Schuld auf mich laden? Das ist nur ein Beispiel fuer die interessanten Fragen dieses Buches.
Gelungen September 16, 2008 Grammatica 3 aus 4 fanden die folgende Rezension hilfreich
Ich haette mich beinahe vom Klappentext davon abhalten lassen, dieses Buch zu kaufen. "Wenn Sie dieses Buch lesen, haben Sie den ersten Weg zum Glueck schon getan". Was fuer ein Quatsch. Na ja, Elke Heidenreich, die zu allem Geschriebenen ihren Senf geben muss und meint, dem unmuendigen Leser, dem kein eigenes Urteil zuzutrauen ist, diese Arbeit abnehmen zu muessen. Wenn man aber den Klappentext hinter sich gelassen hat, wird man gefesselt von diesem etwas anderen Philosophiebuch. In drei Kapiteln naehert sich Richard David Precht den Beantwortungen auf die Fragen "Was kann ich wissen?", "Was soll ich tun?" und "Was darf ich hoffen?" und waehlt hier einen nicht nur philosophischen Zugang, sondern bindet immer auch die Hirnforschung ein. Dabei gelingen ihm die ersten beiden Kapitel besonders gut, das dritte weniger. Natuerlich ist das Buch nicht fuer fortgeschrittene Studierende gedacht, da die Themenkomplexe nicht vertieft werden koennen. Um Interesse an der Philosophie zu wecken, aber genau das Richtige, da ein Zugang zu Philosophie und Hirnforschung geboten wird, der kein Vorwissen voraussetzt.
"This above all, to thine own self be true" (Shakespeare / Hamlet 1, 3) September 12, 2008 kpoac 9 aus 12 fanden die folgende Rezension hilfreich
Was kann ich wissen? Von der Wahrheit zum Gefuehl. Was soll ich tun? Ich kann, weil ich will, was ich muss. Was darf ich hoffen? Liegt der Sinn in Liebe und Freiheit in Gott. So lesen wir die Kapitel in einem interessanten Buch, welches eine Bruecke schlaegt von der Psychologie ueber die Biologie / Medizin zur Philosophie. Ein assoziatives Lesepiel, welches als letzte Frage, die Authentizitaet des Menschen trifft. Wie bleibt man sich treu in den Phasen des Lebens, die allein aus biologischer Notwendigkeit einer Neuorientierung beduerfen. Die Adoleszenz als groesste Identitaetskrise ist jedem bekannt, die aber nicht die letzte bleiben wird. Wie haeufig wird das Selbstbild ueberprueft, neu gestaltet und ausgerichtet. Falsches und Ungereimtes wird korrigiert, als soziales Wesen ueberprueft man den Einfluss der Umwelt auf sich. Und genau darum muss die Frage: Wer bin ich? um die Auspraegung der Anzahl: Wieviele Ichs trage ich mit mir herum? in dieser vor Virtualitaet strotzenden Welt erweitert werden. Die Ueberzeugung gegenueber dem Leben hochzuhalten, gelang nur Sokrates und Jesus; Luther stand, weil er nicht anders konnte in seinem So-Sein und die Existentialisten gaben den Interessierten ein Konzept mit Mut zur Selbsteintscheidung, wie es Kant bereits 200 Jahre zuvor forderte. Doch in dieser modernen Welt ist die Polonius-Kunst gefragt. Worin unterscheidet sich das Innere vom Aeusseren, mein Selbstbild vom Fremdbild, mein Ich vom gespielten Ich. "To thine own self be true", gab Polonius seinem Sohn Laertes auf den Weg. Inwieweit erfordert die Welt ein zweites Ich, welche Moeglichen offeriert diese Welt zur Vorstellungskunst, gar Verstellungskunst wenn man die Leben in Second life, YouTube oder bei Speed Datings sieht. Oder was bietet die moderne Schoenheitschirugie fuer Ent-Faltungsmoeglichkeiten. Hier zeigt sich der Push von aussen, aus dem scheinbar gefangenen Ich auszubrechen in die Moeglichkeiten fern ab der eigenen Realitaet. Und doch liegt Authentizitaet in einem selbst, in der Kongruenz von Innen und Aussen, von Sein und Schein. So nur verzichtet man darauf, sein eigener Avatar zu sein und erkennt die Grenze zwischen Simulation des Vielen und der Realitaet der eigenen Person, dem Ich, dem einzigen. Und dieses einzige Ich wird dann deutlich und klar, wenn es ans Eingemachte geht, wenn man nicht mehr mediasiert ist, sondern eben authentisch. Precht ist eine Reise durch die Wissenschaften gelungen, spritzig, passend, aktuell und interdisziplinaer. Grenzen niederreissend, wenn man so will, als wenn man die Ichs in einem Ich vereint. Und diese Reise mit Fragen und Wissensdurst, mit Gefuehl und Denken, mit Liebe und Leben muendet eben in einem selbst. Und so ist Precht nach seinem alten Buchtitel zu sehen: Lenin kam nur bis Luedenscheid und hier gilt: Precht kam nur bis zum Leser. Aber: Des Lesers Ich ist Ziel dessen eigener Reise.
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